© Polnisches Institut Wien
Geschichte
„Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“. Ausstellung
20.03.2018 Polnisches Institut Wien

Am Dienstag, den 20. März wurde im Polnischen Institut Wien die Ausstellung „Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“ eröffnet. Sie erzählt die Geschichte von 15 Kindern, die zwischen 1939 und 1942 geboren wurden. Sie wurden dank der grenzenlosen Elternliebe und des Mutes von Menschen, die sie als eigene Töchter und Söhne ansahen und denen sie sich anvertrauen konnten, vor dem Holocaust gerettet.

Heute eröffnen wir im Polnischen Institut – und dabei zum ersten Mal in Wien – diese äußerst wichtige Ausstellung, die u.a. in Barcelona, Berlin, im Museum der Geschichte der polnischen Juden POLIN in Warschau, im Familie-Ulma-Museum in Markowa sowie in mehreren polnischen Städten bereits präsentiert wurde – sagte am Eröffnungsabend der Direktor des Polnischen Instituts Wien, Mag. Rafał Sobczak.

Als besondere Gäste waren bei der Eröffnung der Ausstellung Joanna Sobolewska-Pyz (Präsidentin der Stiftung „Kinder des Holocaust“ in Polen, Initiatorin des Projektes und zugleich eine der Personen, die in der Ausstellung porträtiert wurden) sowie Anna Kołacińska-Gałązka und Jacek Gałązka (Autoren der Ausstellung) anwesend.

Während der Shoah wurden in Polen etwa 5.000 von annähernd einer Million jüdischen Kindern vor dem Tod gerettet. Viele von ihnen fanden Schutz in polnischen Familien. Die Polen, die sich eines Kindes annahmen, wurden später oft auch deren Eltern. Im Allgemeinen hielten sie die Adoption geheim, einige enthüllten die Wahrheit vor ihrem Tod, andere nahmen sie mit ins Grab. Die in der Ausstellung „Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“ porträtierten Personen, die in fremden Häusern erzogen wurden, die sie für ihre eigenen hielten, mussten sich mit ihrer Geschichte auseinandersetzen und eine Identität schaffen, die die verlorene Familie mit der neu gefundenen verband. Oft suchten sie jahrelang nach Spuren ihrer jüdischen Verwandten, nach Namen und Geburtsdaten. Diejenigen, denen dies nicht gelang, hoffen immer noch.

Die Ausstellung ist bis 6. April 2018 zu sehen.