Film
„Speechless Generation“ von Paweł Domański
02.03.2020, 18:30 Polnisches Institut, Wien

In dem Film „Speechless Generation“ begegnen wir Danuta Szyksznian-Ossowska, Kampfname „Sarenka“ (dt. „Rehlein“), einer Meldegängerin der Polnischen Heimatarmee aus dem Gebiet Vilnius. 1944 vom Sowjet-Sicherheitsdienst gefasst, kam sie zuerst in das Gefängnis Łukiszki in Vilnius, wo man sie folterte. Daraufhin wurde sie für ein Jahr in ein Sowjetlager verbracht. Infolge der inhumanen Lagerarbeit und Folter ließ sie sich nach Kriegsende, mittlerweile 19 und nur noch ein Schatten ihrer selbst, in den wiedergewonnenen Gebieten Westpolens nieder. Es folgten Jahre ohne eine feste Anstellung, dafür unter Bespitzelung und Einschüchterung durch den Sicherheitsapparat im kommunistischen Nachkriegspolen. Dennoch verlor sie nie ihre Zuversicht und meinte einst: „Als der Krieg begann, war ich 14, bei Kriegsende war ich 20. Mir wurde ein Teil meiner Kindheit gestohlen, ebenso wie die besten Jahre meiner Jugend. Dennoch kann ich von Glück sprechen, Glück, das vielen anderen nicht beschieden war.“

„Speechless Generation“ veranschaulicht die Beweggründe und das innere Verlangen nach der Manifestation von Patriotismus bei jungen Menschen. Des Weiteren ist der Film auch ein Versuch, Antworten auf Fragen zu ergründen, etwa jene, wie tief ein Riss in der Familie werden kann, den das Schweigen zu verursachen vermag, oder wie es den Söhnen oder Töchtern ergeht, wenn sie erst nach vielen Jahren mit der Vergangenheit ihrer Eltern konfrontiert werden, oder etwa die Annäherung an das quälende Gefühl, wenn ein Elternteil seit mehr als einem halben Jahrhundert seine Lebensgeschichte mit sich trägt, die dieser bisher mit niemandem zu teilen vermochte, selbst nicht mit seinen Nächsten, da er um deren Leben fürchtete.

Adresse: Polnisches Institut, Am Gestade 7, 1010 Wien
Eintritt/Tickets: Eintritt frei. Anmeldung erforderlich: 01/533 89 61