Geschichte
Die Stellung der IHRA bezüglich der fehlerhaften Gedächtnis-Codes
30.06.2017 - 09.07.2017

Die Organisation Internationale Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA) bezog während der Plenarsitzung am Donnerstag, den 29. Juni 2017 in Genf eine positive Stellung zu den Bemühungen der polnischen Regierung um die Ausschließung von fehlerhaften Gedächtnis-Codes aus dem öffentlichen Diskurs sowie aus allen sich auf die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung während des Zweiten Weltkrieges beziehenden Publikationen. Beispiele hierfür sind u.a. „polnische Konzentrationslager” oder „polnische Todeslager“.

Die Stellungnahme der IHRA bildete zugleich einen Aufruf dazu, mit dem Verwenden der fehlerhaften und unwahren Ausdrücke, die mit den Orten der Verfolgung und der Tötung von Juden durch das nationalsozialistische Deutschland auf polnischen Gebieten zusammenhängen, aufzuhören.

Mit großer Zufriedenheit nehmen wir die Stellungnahme der IHRA entgegen, die der Entstellung der historischen Wahrheit über den Holocaust sowie dem Wegschieben der Verantwortung für die grausamen Verbrechen, die auf dem nationalsozialistischen Deutschland liegen, entgegenwirkt. Sie ist Ergebnis von Bemühungen der polnischen Diplomatie, vor allem aber der polnischen Delegation bei der IHRA, die sich aus Vertretern von staatlichen Institutionen, Museen sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen zusammensetzt. Außerdem resultiert sie aus dem Engagement Polens im Dialog mit der internationalen Community, der zum Ziel hat, die volle Wahrheit über den Holocaust zu bewerben, die sich auf fundierte und offene Geschichtsstudien stützt. Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Polen und dessen Einrichtungen im Ausland unternehmen stets Schritte, um die Ausdrücke, die für fehlerhafte Gedächtnis-Codes gehalten werden, aus öffentlichen Diskussionen über den Holocaust zu verbannen.

Die Internationale Allianz für Holocaust-Gedenken (International Holocaust Remembrance Alliance – IHRA) ist eine regierungsübergreifende Organisation, die im Jahr 1998 gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, die Unterstützung für Bildung, für Aufrechterhaltung des Gedächtnisses und für Erforschung des Holocausts auf nationaler und internationaler Ebene seitens politischer und gesellschaftlicher Partner und Leiter zu mobilisieren sowie zu koordinieren. Die IHRA versammelt 31 Mitgliedstaaten sowie 11 Staaten mit Beobachter-Status. Polen ist Mitgliedstaat der IHRA seit 1991.

Büro des Pressesprechers, Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Polen